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#IchhabeauchMigräne - Poster zur Sichtbarkeit von Migräne

  • Autorenbild: andreageipel
    andreageipel
  • 4. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Jan.

Auch wenn ich mich wiederhole, aber Migräne ist mehr als Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die das Leben von Millionen Menschen prägt – in Deutschland, europaweit und weltweit. Kopfschmerzstörungen gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, und Migräne zählt zu den drei führenden Ursachen für Belastung durch Krankheit in globaler Perspektive (Weltgesundheitsorganisation).


In Deutschland erleben etwa rund 10–14 % der Erwachsenen wiederkehrende Migräneanfälle, mit einer deutlich höheren Prävalenz bei Frauen als bei Männern (Robert Koch-Institut). Das bedeutet: Millionen Menschen sind betroffen, viele von ihnen im berufsfähigen Alter, mit Auswirkungen auf Lebensqualität, Arbeit und Teilhabe.


Und doch bleibt Migräne in der gesellschaftlichen Wahrnehmung oft unsichtbar. Nicht weil sie harmlos wäre, sondern weil ihre Auswirkungen – Schmerz, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Erschöpfung – sich im Inneren abspielen, jenseits dessen, was andere leicht sehen oder verstehen können.


Foto einer Doppelseite in einem Buch. Auf der linken Seite ist schmenhaft eine Figur zu erkennen. Statt einem Kopf sieht man ein aufgeklebtes Knäuel roter Faden. Rechts ist ein Foto eingeklet, hinter dichtem Nebel erkennt man einen Teil einer Tür und Personen.
Migräne ist oft ähnlich schwer zu greifen, wie Nebel. (Foto: 006 Skizzen eines Schmerzhirns, Migräne Black Box - 2025)

Wie aus einer sozialen Aktion ein Kunstwerk wurde


Nachdem die Politikerin Heidie Reichinnek im April 2025 offen ihre Migräne angesprochen hatte, entstand eine öffentliche Diskussion über die Volkskrankheit. In sozialen Medien wurde heftig diskutiert. Auch darüber, ob man mit Migräne überhaupt Politikerin sein sollte. In Reaktion darauf hat die Migräneliga e.V. zusammen mit der Neurologin Prof. Dagny Holle-Lee auf ihrem Instagram Account „migraene_doc“ unter dem Hashtag #ichhabeauchMigräne dazu aufgerufen, berufliche Identitäten mit Migräne zu teilen – als Statement gegen Stigmatisierung und dafür, dass Migräne und Arbeitsfähigkeit nebeneinander existieren können.


Die Antwort darauf: Viele Betroffen haben ihren Beruf geteilt, und es wurde sichtbar, wie vielfältig Migränebetroffene sind – Ärzt:innen, Lehrer:innen, Ingenieur:innen, Künstler:innen, Pfleger:innen, Eltern, Studierende und so viele mehr.

Screenshot eines Posts auf Instagram. Zu lesen ist: Zeig Gesicht, Ich bin...-und ich habe Migräne. #IchHabeAuchMigräne
Screenshot des Posts von Prof. Holle-Lee zur Aktion #IchhabeauchMigräne.

Mich hat diese Aktion tief beeindruckt: Weil sie zeigt, dass wir nicht allein sind. Im eigenen Kampf – in Zeiten von Müdigkeit, Schmerz und oft sehr großer Einsamkeit – kann man leicht vergessen, wie viele Menschen ähnliche Erfahrungen leben.


Weil ich diesen Impuls mächtig fand, begann ich, alle in der Story von migraene_doc geteilten Posts zu screenshotten. Am Ende waren es über 100 Personen, jede einzelne mit einer eigenen Geschichte, Identität und Stimme. Ich wusste, ich wollte daraus ein Kunstwerk machen, das genau diese Menge und Vielfalt thematisiert – und gleichzeitig Privatsphäre und Würde schützt.


Das Poster "Wir sind viele"


Die künstlerische Idee war klar: Was, wenn man diese Stimmen nicht nur als Liste oder Statistik zeigt, sondern körperlich präsent macht? Jede:r Einzelne sollte erkennbar sein als Teil eines größeren Ganzen – aber eben in einer Form, die niemanden identifiziert, der nicht identifiziert werden möchte.


Deshalb habe ich alle Beteiligten nur schemenhaft dargestellt: Menschen, die in ihrer Form sichtbar sind, aber keine Namen tragen. Hinter den vielen Personen finden sich Worte für die Berufe, die sie trotz – oder gerade mit – Migräne leben. So wird sichtbar, wie viele verschiedene Rollen, Lebensentwürfe und Beiträge es gibt, und wie falsch die Vorstellung wäre, Migräne nehme Menschen automatisch die Fähigkeit zu arbeiten.


Die Arbeit ist also nicht nur eine visuelle Darstellung von Individuen, sondern ein kollektives Statement – über Präsenz, über Arbeitswelten und über das, was wir als Gesellschaft tun müssten, um Teilhabe stärker zu denken.


Poster Wir sind viele. Oben steht in grellgelben Buchstaben Wir sind viele. Darunter in einem pinken Kasten #ichhabeauchMigräne. Auf dem Poster sieht man viele schemenhaft dargestellte Personen. Hinter ihnen tauchen Berufsbezeichnungen in schwarzer Schrift auf, die sich teils überlappen.
Kunstposter WIR SIND VIELE

Ein Werk zwischen Sichtbarkeit und Gemeinschaft


Dieses Poster ist für mich ein Kunstwerk und ein soziales Dokument. Es erinnert daran, dass chronische Krankheit, vor allem dann wenn sie unsichtbar ist, nichts ist, was einzelne „alleine durchstehen“, sondern ein Thema, das mehrere Millionen Menschen betrifft und trotzdem oft im Stillen bleibt.


In der künstlerischen Geste selbst – im Aneinanderreihen der anonymen Figuren, im Nebeneinander von Beruf und Körper – entsteht ein Bild, das nicht erklärt, sondern erfahrbar macht: Was es heißt, trotz Unsichtbarkeit sichtbar zu sein.


Wenn dieses Werk auch nur ein wenig dazu beitragen kann, Sichtbarkeit, Verständnis oder Dialog zu schaffen – dann ist es genau das geworden, was ich mir erhofft habe.


Denn Wir Sind Viele!



Edition Preise und Zugänge


Das Poster „#ichhabeauchMigräne“ biete ich als limitierte Edition an


  • A2-Edition für Praxen und Institutionen (signiert, nummeriert): 500 €

    → gedacht für Orte, an denen Migräne sichtbar gemacht werden kann: Arztpraxen, Kliniken, Begegnungsräume oder Weiterbildungsorte.

  • A3-Edition für den privaten Raum (signiert, limitiert): 180 €

    → für Menschen, die das Werk in ihrem Alltag tragen möchten.


Die Preise reflektieren nicht nur Material- und Druckkosten, sondern auch den künstlerischen Prozess, die Recherche und die begrenzte Auflage.


Wenn du Fragen zur Arbeit oder zu Einsatzmöglichkeiten in deinem Kontext hast, freue ich mich auf Austausch – egal ob als Praxis, als Teilnehmende oder als Interessierte:r. Schreib mir gerne eine Mail.

 

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