Kreativität auf See – ein besonderes Segel-Kunstprojekt
- andreageipel

- vor 9 Stunden
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Ende Mai werde ich Teil eines besonderen Projekts sein: einem kreativen Segeltörn auf der Belle Amie.
Vom 23. bis 25. Mai verwandelt sich das Traditionssegelschiff in ein schwimmendes Atelier. Gemeinsam mit zwei weiteren Künstlerinnen begleite ich kreative Workshops, in denen es nicht um Technik oder perfekte Ergebnisse geht, sondern um Wahrnehmung, Intuition und experimentelles Arbeiten.

Für mich ist dieser Törn auch eine Rückkehr an einen Ort, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Im vergangenen Jahr war ich bereits mehrfach auf der Belle Amie unterwegs. Zuerst im Rahmen eines Bildungsurlaubs der Förde VHS zum Thema Meeresschutz und später noch einmal auf einem Sommertörn nach Stockholm.
Schon bei meiner ersten Reise habe ich mich auf dem Traditionssegler sofort wohlgefühlt. Das Leben auf See folgt einem ganz eigenen Rhythmus. Man passt sich dem Wind, den Wellen und dem Wetter an. Die Tage werden durch Segelmanöver, gemeinsame Mahlzeiten und das Leben an Bord strukturiert. Gleichzeitig begegnet man Menschen, die man sonst wahrscheinlich nicht getroffen hätte – und wächst innerhalb kurzer Zeit zu einem Team zusammen. Man lernt Segel zu setzen, Wenden zu fahren, gemeinsam zu kochen oder einfach zusammen den Sonnenuntergang an Deck zu beobachten.

Für mich waren diese Törns vor allem sehr entschleunigend. Die Zeit auf dem Wasser schafft Raum, um den Kopf freizubekommen und sich auf das zu konzentrieren, was gerade da ist: das Meer, das Licht, die Bewegung des Schiffes. Während der Fahrten habe ich auch viel gezeichnet und gemalt. Nicht mit viel Material – meist nur mit einem kleinen Aquarellkasten, einem Skizzenbuch, ein paar Stiften und einem Glas Wasser. Damit habe ich Szenen an Bord festgehalten oder einfach meinen Eindrücken und Gefühlen auf dem Papier Raum gegeben.
So sind die Betreiberin der Belle Amie, Mareike, und ich auch ins Gespräch gekommen. Sie hatte schon länger die Idee, Segeln und kreatives Arbeiten miteinander zu verbinden – und ich war sofort begeistert von dem Gedanken. Denn gerade diese Kombination hat etwas Besonderes: Das Meer bringt eine natürliche Ruhe mit sich, die kreative Prozesse auf eine sehr unmittelbare Weise unterstützt. Man ist draußen, bewegt sich im Rhythmus von Wind und Wellen und nimmt die Umgebung intensiver wahr.

Dabei geht es nicht darum, naturgetreue Bilder zu malen oder Zeichnen „richtig“ zu lernen. Vielmehr geht es darum, mit Farben, Formen und Materialien zu experimentieren, Eindrücke festzuhalten oder einfach zu malen, was man sieht und fühlt – ohne den Anspruch, etwas exakt abzubilden. Dieser Prozess hat oft etwas Meditatives. Das Papier wird zu einem Ort, an dem Gedanken, Stimmungen oder Beobachtungen sichtbar werden können.
Auch wenn es bei diesem Törn nicht ausdrücklich um Themen wie Mental Health, Migräne oder andere unsichtbare Erkrankungen geht, berührt er dennoch ähnliche Fragen. Die Zeit auf dem Wasser schafft Raum, sich selbst und der Natur auf eine andere Weise zu begegnen.

Genau darin liegt für mich die besondere Qualität dieses Projekts.
Ich freue mich sehr, Teil dieses Pilotprojekts zu sein, kreative Impulse zu geben und mich mit anderen kunst- und segelbegeisterten Menschen auszutauschen – und natürlich darauf, drei Tage lang Kunst und Meer miteinander zu verbinden.
Weitere Informationen und das Anmeldeformular findet ihr HIER.
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