
KOPFLANDSCHAFTEN
Eine künsterlische Annährung an Migräne.
KOPFLANDSCHAFTEN verband Kunst, Wissenschaftskommunikation und partizipative Forschung zu einem offenen Erfahrungsraum über Migräne. Zwischen dem 3. und 13. Juni 2026 besuchten 156 Menschen die Ausstellung im Pop-up Pavillon Kiel. Diese Seite dokumentiert die Ausstellung und gibt Einblicke in Begleitprogramm und Forschungsstationen.
Inhalt: Über die Ausstellung · Eindrücke · Lautstücke · Community-Kunst · Begleitforschung · Blog · Presse und Medien · Partner
ÜBER DIE AUSSTELLUNG
KOPFLANDSCHAFTEN war eine partizipative multidisziplinäre Ausstellung über Migräne als komplexe neurologische Erkrankung. Sie verbindet Kunst, Wissenschaftskommunikation und partizipative Forschung zu einem offenen Erfahrungsraum für Betroffene und Nicht-Betroffene.
In Collagen, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen wurden innere Wahrnehmungsräume wie Schmerz, Reizüberflutung, Zeitverlust und Rückzug in visuelle Bilder übersetzt. Ergänzt wurden die Arbeiten durch interaktive Forschungsstationen sowie das partizipative Puzzle Lautstücke, das während der Ausstellung gemeinsam mit Menschen mit Migräne entstand.
Gezeigt wurden die Werke Unter Druck, equipped, Im Rahmen der Möglichkeiten, Chron[olog]isch, Erlöse uns..., Ferita d'Oro, Freigelegt, 2.818, Lautstücke, (UN)GESEHEN und in:visible.
BEGLEITPROGRAMM


Vernissage (2. Juni 2026)
Die Vernissage fand im Rahmen des Aktionstags gegen den Schmerz statt und wurde zusätzlich über ein Instagram-LIVE mit Prof. Dagny Holle-Lee und Dennis Israel begleitet. Neben den Gästen vor Ort verfolgten rund 80 Personen die Eröffnung online.
Fachvortrag "Migräne: Die Grammatik des Schmerzes" (09. Juni 2026)
Prof. Dr. Janne Gierthmühlen (UKSH) sprach über den aktuellen Forschungsstand zu Migräne, die Entstehung von Schmerz und den Einfluss biopsychosozialer Faktoren. Im Anschluss bestand Gelegenheit für Fragen und Austausch.
Gesprächsrunde (11. Juni 2026)
Gemeinsam mit Prof. Dr. Hartmut Göbel, Ute Diez, Ann-Christin Hoeltje und Andrea Geipel diskutierte Dorothe Knapp mit dem Podium über Kunst, Migräne und Wissenschaftskommunikation sowie die Rolle künstlerischer Projekte für Sichtbarkeit und Entstigmatisierung chronischer Erkrankungen.
Finissage (13. Juni 2026)
Zum Abschluss der Ausstellung wurde das partizipative Puzzle Lautstücke präsentiert und ein erster Rückblick auf die Ausstellung und die Begleitforschung gegeben. Die große Resonanz zeigte, wie wichtig Räume für Austausch und Sichtbarkeit rund um das Thema Migräne sind.
EINDRÜCKE

Foto Sibbe Media


Foto Sibbe Media

Foto Sibbe Media
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PARTIZIPATIVES PUZZLE
LAUTSTÜCKE
„Lautstücke“ ist ein partizipatives Puzzle-Kunstwerk.
Die 22 Puzzleteile basieren auf Begriffen, Bildern, Gedichten und persönlichen Erfahrungen von Menschen mit Migräne. Jede Einsendung wurde künstlerisch in ein eigenes Puzzleteil übersetzt. Gemeinsam entsteht so kein einheitliches Bild, sondern eine vielstimmige Sammlung individueller Perspektiven auf Migräne.
Begleitet wird das Werk von dem Archiv Lautstücke aus der Migräne, das die eingereichten Worte und Texte dokumentiert.
Das Puzzle macht sichtbar, was die Ausstellung insgesamt beschäftigt: Migräne ist keine einzelne Erfahrung, sondern viele unterschiedliche Wirklichkeiten.
Weitere Informationen zum Kunstwerk findest Du im Portfolio.
![]() Lautstücke - Stand 1. Woche | ![]() Puzzlestück Nr. 8 |
|---|---|
![]() Begriffe Puzzlestück Nr. 8 | ![]() Puzzlestück Nr. 9 |
![]() Begleitheft Lautstücke aus der Migräne | ![]() Puzzlestück Nr. 12 |
![]() Einreichung einer Betroffenen im Begleitheft | ![]() Puzzlestück Nr. 14 |
![]() Begriffe Puzzlestück Nr. 14 | ![]() Puzzlestück Nr. 15 |
![]() Puzzlestück Nr. 16 | ![]() Puzzlestück Nr. 17 |
![]() Einreichung einer Betroffenen im Begleitheft | ![]() Puzzlestück Nr. 18 |
![]() Eingereichtes Gedicht zum Puzzlestück Nr. 18 | ![]() Puzzlestück Nr. 19 |
![]() Puzzlestück Nr. 20 | ![]() Begriffe Puzzlestück Nr. 20 |
![]() Puzzlestück Nr. 22 | ![]() Lautstücke |
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COMMUNITY-KUNST
Deine Migräne als Kunstwerk

Einreichung von Karin Zobel

Einreichung von Karin Zobel

Einreichung von Marko Herzog

Einreichung von Karin Zobel
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Migräne wird oft als individuelle Erfahrung wahrgenommen. Gleichzeitig teilen viele Betroffene ähnliche Herausforderungen, Fragen und Gefühle.
Im Rahmen von KOPFLANDSCHAFTEN waren Menschen mit Migräne eingeladen, eigene künstlerische Arbeiten einzureichen. Entstanden ist eine digitale Galerie mit Zeichnungen, Fotografien, Malereien, Texten und Mixed-Media-Arbeiten unterschiedlicher Künstler und Betroffener.
Die Sammlung macht sichtbar, wie vielfältig Migräne erlebt und künstlerisch verarbeitet wird. Sie ergänzt die Ausstellung um Perspektiven, die über die Erfahrungen der Künstlerin hinausgehen, und eröffnet einen Raum für Austausch, Wiedererkennen und neue Sichtweisen.
Die Online-Galerie wächst weiter und versteht sich als offenes Archiv künstlerischer Stimmen zu Migräne.
Begleitforschung
KOPFLANDSCHAFTEN verbindet Kunst mit Wissenschaftskommunikation und partizipativer Forschung.
Während der Ausstellung waren Besucher:innen eingeladen, sich an verschiedenen interaktiven Stationen zu beteiligen.
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Was weißt Du über Migräne? - Wissen markieren & reflektieren
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Körperkarte - Wo fühlst Du Migräne?
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Dialogwand - Stelle Fragen und bekomme Antworten
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Flüsterbox - Was Du schon immer mal sagen wolltest.
Die Stationen dienten dazu, Gespräche zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen anzuregen und unterschiedliche Perspektiven auf Migräne sichtbar zu machen.
Die gesammelten Beiträge bilden die Grundlage für die Auswertung der Ausstellung und sollen erste Hinweise darauf geben, wie Kunst dazu beitragen kann, Wissen über Migräne zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und gesellschaftlichen Dialog zu fördern.
Die Auswertung der Beiträge bildet die Grundlage für ein weiterführendes Forschungsprojekt zum Einfluss partizipativer Kunst auf Wissenschaftskommunikation und Entstigmatisierung chronischer Erkrankungen.
![]() Was weißt Du über Migräne?Vorher-Nachher-Vergleich | ![]() DialogwandFragen stellen und Antworten bekommen. | ![]() Wo fühlst Du Migräne?Farben finden und sichtbar werden. |
|---|---|---|
![]() FlüsterboxWas wolltest Du schon immer sagen? |
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Was von der Ausstellung bleibt.
Wissensgraph – „Was weißt du über Migräne?“
Besucher:innen wurden gebeten, beim Betreten und beim Verlassen der Ausstellung jeweils einen Punkt auf einer Skala zwischen „Ich weiß wenig über Migräne“ und „Ich weiß viel über Migräne“ zu platzieren.
In der digitalisierten Auswertung sind 60 nummerierte Teilnehmende erkennbar. Bei zehn Personen wurde nur der erste Punkt gesetzt. Von den grundsätzlich zuordenbaren Paaren zeigt sich bei den eindeutig lesbaren Fällen eine deutliche Tendenz zu einer höheren Selbsteinschätzung am Ende des Ausstellungsbesuchs.
Der Graph misst dabei kein objektives medizinisches Wissen. Er zeigt vielmehr, wie Besucher:innen ihr eigenes Wissen einschätzen und ob sich diese Einschätzung im Verlauf des Ausstellungsbesuchs verändert.
Körperkarte – „Wo spürst du Migräne?“
Auf einer Körpersilhouette konnten Betroffene markieren, wo sie Migräne selbst wahrnehmen. Nicht-Betroffene waren eingeladen zu markieren, wo sie Migräne vermuten.
Die entstandene gemeinsame Zeichnung zeigt eine hohe Dichte an Markierungen im Kopfbereich, aber zugleich zahlreiche Eintragungen an Gesicht, Nacken, Schultern, Rumpf, Armen und Beinen. Unterschiedliche Farben, Linien, Punkte, Spiralen, Flächen und symbolische Formen machen die Vielfalt der Darstellungen sichtbar.
Besonders auffällig war für viele Besucher:innen, dass Migräne auf der Karte nicht ausschließlich im Kopf erschien. Die Körperkarte wurde dadurch immer wieder zum Ausgangspunkt für Gespräche über die Komplexität der Erkrankung.
Fragewand
Die Fragewand wurde genutzt, aber deutlich weniger intensiv als die Körperkarte. Die Fragen bezogen sich unter anderem auf die Definition und Entstehung von Migräne, hormonelle Migräne, den Umgang mit der Erkrankung im Alltag sowie Erfahrungen des Nichtverstandenwerdens.
Die wenigen Beiträge zeigen dennoch ein breites Spektrum: von medizinischen Fragen bis hin zu sehr persönlichen Aussagen über Einsamkeit, Unsicherheit und das Verhältnis zu medizinischer Versorgung.
Flüsterbox
Die Flüsterbox wurde nur in sehr geringem Umfang genutzt. Neben einer Testfrage entstand eine anonyme Aussage zur möglichen Rolle der Pille als Ursache von Migräne.
Die geringe Nutzung ist für die weitere Forschung ebenfalls relevant. Die Station sollte eigentlich einen geschützten Raum für anonyme Äußerungen schaffen. Möglicherweise erschwerten jedoch die räumliche Situation und die Anwesenheit der Ausstellungsmacherin eine tatsächlich anonyme Nutzung.
Im Vergleich dazu wurde die Körperkarte wesentlich stärker angenommen. Dies deutet darauf hin, dass visuelle und körperbezogene Beteiligungsformen möglicherweise niedrigere Zugangsschwellen haben als die Aufforderung, persönliche Erfahrungen schriftlich zu formulieren.
Was lässt sich daraus lernen?
Die vier Stationen zeigen unterschiedliche Formen von Wissen und Beteiligung. Die Ergebnisse sind explorativ und nicht repräsentativ. Sie bilden keine medizinische Studie und erlauben keine Aussagen über die Wirksamkeit der Ausstellung im statistischen Sinne.
Sie geben jedoch Einblick in die Frage, wie Menschen über Migräne wissen, wie sie die Erkrankung körperlich vorstellen oder erleben und welche Formen von Beteiligung Gespräche ermöglichen.
Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Wissensformen bildet eine Grundlage für die weitere künstlerische Forschung.






































