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Was bleibt nach einer Ausstellung?

  • Autorenbild: andreageipel
    andreageipel
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Vor etwas mehr zwei Wochen endete meine Ausstellung KOPFLANDSCHAFTEN im Pop-up Pavillon Kiel.


Foto eines Fensters. Darin spiegelt sich eine Kirche im Klinkerstil. Im Fenster hängt ein Poster auf dem die Frage steht: Welchen Einfluss hat Kunst auf unsere Wahrnehmung?
Welchen Einfluss hat Kunst auf unsere Wahrnehmung? Dieses Poster lud Besuchende in die Ausstellung KOPFLANDSCHAFTEN ein. (Foto: Andrea Geipel)

Seitdem habe ich mir bewusst Zeit genommen – zum Kraft tanken, zum Ausruhen und zum Sortieren all der Eindrücke, Begegnungen und Erfahrungen.


KOPFLANDSCHAFTEN war für mich mehr als eine Kunstausstellung.


Sie war ein Experiment.


Die Frage war nicht nur, ob Kunst Migräne sichtbar machen kann. Sondern auch, ob sie Menschen miteinander ins Gespräch bringt.


Heute weiß ich: Sie kann.


Foto mit Personen in einem Ausstellungsraum. Sie stehen vor Skulpturen und anderen Ausstellungsstücken und unterhalten sich.
Während der Vernissage kamen Besuchende ins Gespräch. (Foto: Steffi Israel)

Während der Ausstellung haben 156 Menschen die Ausstellung besucht. Viele blieben deutlich länger als geplant. Sie diskutierten, stellten Fragen, malten auf der Körperkarte oder blieben einfach bei sich und ihren Gedanken.


Besonders berührt haben mich die Gespräche zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen. Wenn eine Person in einer Paarbeziehung Migräne hat und die andere nicht und plötzlich Themen aufkommen, über die bislang nicht gesprochen wurde. Wenn Besuchende vor „equipped“ – dem Kettenhemd aus Tablettenblistern – stehen blieben und diskutierten, welche der dort hängenden Medikamente sie schon probiert hatten. Wenn irritiert gefragt wurde, warum auf der Körperkarte mit der Frage „Wo fühlst Du Deine Migräne?“ der Bauch ausgemalt war. Wenn mir Menschen sagten, wie gut es ihnen tut sich gesehen zu fühlen, mal mit jemandem über die kleinen Dinge im Alltag einer Person mit Migräne sprechen zu können.


Foto eines Posters mit dem Titel "Wo spürst Du Migräne?". Darunter eine Körpershilouette. In unterschiedlichen Farben haben Betroffene eingezeichnet wo im Körper sie Migräne spüren - man sieht z.B. Kreise und Stacheln in und um den Kopf, Stacheln auf den Schultern, Kreise in Magen und Darm, Gewichte an den Händen.
Die Zeichnungen auf der Körperkarte lösten die meisten und die spannendsten Diskussionen unter den Besuchenden aus. (Foto: Andrea Geipel)

Genau diese Begegnungen waren für mich eines der wichtigsten Ziele der Ausstellung.


Das partizipative Puzzle war für mich eine besondere Herausforderung. Schaffe ich es die vielen Gesichter der Migräne darzustellen? Gelingt es mir die eingereichten Begriffe, Gedichte und Vergleiche, so umzusetzen, dass sich die Einreichenden gesehen fühlen? Am Ende entstand ganz bewusst ein unvollständiges Puzzle, mit Lücken und einem noch umbemalten Teil. Kein vollständiges Bild, sondern viele unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Erkrankung.



Und wie das Puzzle ist auch das Projekt an dieser Stelle nicht zu Ende.


Die Community-Galerie bleibt bestehen, das Puzzle werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlich vorstellen. Ich freue mich schon jetzt darauf die Beiträge der Forschungsstationen auszuwerten. In den kommenden Wochen werde ich nach und nach dokumentieren, was aus KOPFLANDSCHAFTEN entstanden ist und freue mich auf euer Feedback.


Die Ausstellung ist vorbei.


Die Gespräche gehen weiter.


Danke an alle, die KOPFLANDSCHAFTEN besucht, begleitet oder mit ihren eigenen Erfahrungen bereichert haben.


Weitere Informationen zur Ausstellung, inklusive dem Video des Insta-LIVE während der Vernissage findet ihr hier.

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